Vereinsgeschichte

Die Gründung

Am Samstag, den 14. März 1964 haben sich in der Gastwirtschaft Lochner mehrere heimat- und naturverbundene Kirchehrenbacher Einwohner zusammengefunden, um einen Verein zu gründen.

Der Verein hat hauptsächlich folgende Ziele:

  • In der näheren und auch weiteren Umgebung von Kirchehrenbach werden Familienwanderungen durchgeführt, um die Heimat kennen und lieben zu lernen.
  • Im Gesamtbereich des Kirchehrenbacher Gemeinde- und Flurbezirks werden Wanderwege erschlossen und an schönen Aussichtspunkten Ruhebänke angelegt.
  • Das Walberla wird für den Wintersport erschlossen. Den Mitgliedern und den Einwohnern von Kirchehrenbach und Umgebung wird dadurch die Möglichkeit gegeben, sich auch im Winter sportlich zu betätigen und interessante Sportkämpfe zu erleben, ohne dass dadurch größere Fahrtkosten anfallen.
  • Im Winter werden in Vortragsabende Lichtbilder vorgeführt, um die erlebten Eindrücke der Wanderungen zu vertiefen.

Aus den oben angeführten Bestrebungen einigte man sich, den Verein

 

„Kirchehrenbacher Heimatfreunde“

 

zu nennen, denn dieser Name entspricht am besten dem Sinn und Zweck des Vereines.

Die Vorstandschaft der Vereins wurde durch die Anwesenden vorgeschlagen und einzeln durch Zeichen gewählt.

Die erste Vorstandschaft der Kirchehrenbacher Heimatfreunde setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender: Bernhard Schnitzerlein
2. Vorsitzender: Hugo Lochner
Kassier und Schriftführer: Franz Grinninger
Wander- und Wegewart: Josef Pirmer
Rechnungsprüfer: Josef Weiser
Ausschußmitglieder: Albrecht Batz
Otto Farschon

Der Beitrag wird jährlich eingehoben und beträgt:

für Erwachsene: DM 6,00 jährlich
für Jugendliche: DM 3,00 jährlich
für Kinder bis 14 Jahren: DM 1,00 jährlich

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Der Beitrag ist fällig im 1. Vierteljahr des laufenden Jahres. Jedes Mitglied erhält eine Mitgliedskarte mit Lichtbild. Die Wanderungen usw. werden auf eigene Verantwortung der Mitglieder durchgeführt. Der Verein übernimmt bei Unfällen keine Haftung. Eine Aufnahmegebühr wird nicht erhoben.

 

Die ersten Aktivitäten

Wie aus einem damaligen Zeitungsbericht hervorgeht, wurde bereits im ersten Vereinsjahr große Aktivitäten entwickelt:

Nur wenige Wochen nach der Gründung wurde am 7. Mai 1964 (Christi Himmelfahrt) die erste Familienwanderung durchgeführt. An dieser Wanderung beteiligten sich 45 Personen. Sie führte über den Reißberg nach Hetzelsdorf.

Das erste Skirennen, das die Kirchehrenbacher Heimatfreunde ausrichteten war am 7. Februar 1965. Während es im Tal regnete und am Berg Schneeflocken fielen, sorgten die Heimatfreunde und das THW für eine ausgezeichnete Piste.

Noch im selben Winter wurde ein maskiertes Faschingsskifahren am Walberla durchgeführt. Viele maskierte Skifahrer aus Kirchehrenbach und Umgebung, sogar aus Forchheim kamen sie angereist, nahmen am bunten Treiben teil. „Es war eine Mords-Gaudi“.
In der Presse damals war zu lesen:

Am Westhang der Ehrenbürg kämpften 75 Skifahrer aus Kirchehrenbach und Forchheim

oder

Riesenslalom am Walberla.

Die Heimatfreunde verstanden sich schon von Anfang an als Familienverein. Aus diesem Grunde veranstalteten man für die Vereinskinder die erste Nikolausfeier 1966 im Saal der Gastwirtschaft Pöhlmann.

Im Jahre 1966 wurde bereits der zweite Erste-Hilfe-Kurs, vorbereitend für die Aufgaben des Streifendienstes, angeboten und durchgeführt.

1967 schrieb man ein äußerst aktives Jahr in der Vereinsgeschichte.
Die Schutzhütte am Walberla war weitgehendst fertiggestellt. Dadurch wurde ermöglicht, daß Naturschutzstreifendienst, den man sich zur Aufgabe stellte, regelmäßig durchgeführt werden konnte.

Ein Pressebericht des FT vom 20.06.67 zeigt die Aktivitäten der Vorstandschaft, insbesondere vom Streifendienst auf dem Walberla. Außerdem war der damals angefertigte Ausweis für Diensthabende abgebildet.

Wieder ein Maibaum auf der Ehrenbürg

Nach 34 Jahren wird wieder ein Maibaum aufgestellt.

Der von vielen Heimatfreunden und der Gemeinde Kirchehrenbach langgehegte Wunsch, zum Walberlafest wieder, wie früherer Zeit, einen Maibaum auf der Ehrenbürg aufzustellen, wurde 1967 in die Tat umgesetzt. Der letzte Maibaum war 1933 auf dem Frankenberg aufgestellt worden. Das Wiederaufleben des alten Brauches nach 34 Jahren wurde zu einer wohlgelungen Veranstaltung und alle Beteiligten und Gäste waren der Meinung, daß hieraus wieder Tradition werden sollten.

Die Organisation hatte die Kirchehrenbacher Heimatfreunde übernommen. Ein Standkonzert, Liedervorträge und Tanzeinlagen sollten den Festakt umrahmen.

Damit auch die Unkosten gedeckt würden, rief man alle Festwirte zusammen. Es beteiligen sich 9 Schankwirte. Es wurde einstimmig beschlossen, dass der Preis  bei dieser „Bierprobe“ am Walberla-Samstag 2,00 DM pro Maß beträgt, wobei 50 Pfennige an den Heimatverein zur Deckung der Unkosten abzuführen sind. Dem Verein wurde gestattet, die Fässer zu zählen. Schankerlaubnis hatte nur die bei dieser Besprechung anwesenden Wirte.

Bei herrlichen Wetter gab bereits ab 16 Uhr die Blaskapelle aus Reuth ein Standkonzert auf dem Berg. Es wurden auch Liedtexte ausgeteilt und alle Besucher waren eingeladen das Kirchehrenbacher Heimatlied, dessen Text von Theo Schnitzerlein stammt und das seit 1953 gesungen wird, auch hier mitzusingen.

Beim Aufstellen des Maibaumes waren mehrere Heimatfreunde und das THW mit von der Partie.

Nach kurzer Begrüßung der Gäste durch den damaligen 2. Vorsitzenden der Heimatfreunde Heinrich Kattenbeck trug Theo Schnitzerlein seinen in Gedichtform gefaßten „Wanderergruß vom Walberla“ vor.

Der Gesangverein Cäcilia Kirchehrenbach sang unter der Leitung von Kreischorleiter Gerhard van Seil Heimatlieder und die Trachtengruppe Hausen bot fränkische Tänze auf einem eigens dafür aufgestelltem Podium dar. Bürgermeister Heinrich Hofmann besorgte das symbolische Anzapfen des erste Fasses Bier.

So kam es zur Schutzhütte am Walberla

Der Gedanke, eine Hütte am Walberla zu erstellen, war in ersten Linie verbunden mit einem Stützpunkt für die Naturschutz-Streifendienste, den unser Gründungsmitglied Josef Pirmer anregte. Selbstverständlich sollte sie auch eine Oase der Ruhe werden und zur Erholung dienen.

Wie wurde das Bauwerk realisiert?
Zunächst ging es um einen geeigneten Platz. Es boten sich die zwei aufgelassenen Steinbrüche, östlich und westlich am Walberla, an. Man entschied sich für den östlichen, dem heutigen Standort der Hütte. Die wenigen Gründungsmitglieder gingen gleich mit großen Eifer ans Werk. Um das Vorhaben durchzuführen, genügte nicht nur Arbeitseifer, es mussten die Gedanken in die Tat umgesetzt werden. Dafür fehlte aber zunächst das Geld. Als erstes Provisorium wurde von der Gemeinde eine Holzhütte zur Verfügung gestellt. Der Anfang war gemacht. Nun fand sich Idealismus und Realismus zusammen. Mit dem Tatendrang der Aktiven und dem von der Fa. Bernhard Schnitzerlein zur Verfügung gestellten Baumaterials zum Nulltarif waren die Voraussetzungen zum Beginn des Hüttenbaues geschaffen. Die Begeisterung des damaligen 1. Vorsitzenden ging sogar so weit, daß er in machen Fällen Stundenlöhne aus eigener Tasche zahlte, nur um die Sache schnell voranzutreiben.

Nachdem die Hütte im Groben 1965 fertig gestellt war, wurde auch noch im selben Jahr die ersten Naturschutz-Streifendienste auf der Ehrenbürg durchgeführt. Diese Streifen- und Hüttendienste werden bis heute von den Mitgliedern der Kirchehrenbacher Heimatfreunden gerne ausgeführt.

Seit 1965 ist die Schutzhütte ein beliebtes Ziel unserer Mitglieder. In den folgenden Jahren wurden noch unzählige Arbeitsstunden zur Verschönerung des Innenausbaus sowie für die Außenanlagen eingebracht. Den Aufenthaltsraum schmückten zwei Wandgemälde unseres Gründungsmitglieds und Künstler Erich Müller. Ein Natursteinbrunnen, gespeist von der Quelle oberhalb der Hütte unter den Linden, wurde errichtet und versorgt die Hütte mit dem so wichtigen Wasser. Heimische Pflanzen und Bäume, die im Laufe der Jahre zu Teil angeflogen oder gepflanzt wurden, schmücken das Terrain der Hütte. Im Sommer versteckt sich die Hütte hinter belaubten Bäumen und gibt keinem Walberlabesucher Anlass zur Kritik.

Inzwischen ist die Hütte zum festen Bestandteil unseres Berges geworden. An vielen Verletzten konnte Erste Hilfe geleistet werden. Sogar die Bergwacht Forchheim hatte lange Jahre ihren Stützpunkt bei den Heimatfreunden. Das Beobachten und Überwachen der Natur, sowie das Schützen der heimischen Flora vor unvernünftigen Naturschändern haben sich die Kirchehrenbacher Heimatfreunde schon von Vereinsgründung an zur Aufgabe gemacht.

Das Jahr 1968 stand im Zeichen der Hütteneinweihung. Am 11. August wurde nach einem Feldgottesdienst vor der Schutzhütten durch Pfarrer Johann Böhmer die Hütte geweiht. Nicht nur aus Kirchehrenbach sondern auch aus Forchheim und der näheren Umgebung kamen Freunde des Vereins um bei der Einweihung dabei zu sein. Es war ein Erlebnis für alle. Nach dem Gottesdienst, der Himmel hatte sich aufgelichtet, saßen alle gemütlich bei Gitarrenmusik, Schifferklavier und Gesang beisammen. Willkommen waren der vom Verein gestiftete Kaffee mit Kuchen als Einweihungsgeschenk für die Mitglieder. Die Unentwegten hatten trotz Sturmwarnung die Zelte aufgebaut. Sie erlebten ein „ordentliches“ Gewitter und wurden gleich richtig getauft.

Auszug aus dem Protokoll der Vorstandssitzung von 29.4.1968:

Punkt  7) Rechtsverhältnisse der Schutzhütte:

 

Erster Vorstand Bernhard Schnitzerlein gab eine Erklärung ab, wonach die Schutzhütte dem Verein nichts kostet und so, wie sie jetzt dasteht, als Stiftung zu betrachten ist.

Auch 1969 wurden wieder, wie in den vorangegangenen und allen darauf folgenden Jahren mehrere Wanderungen durchgeführt, ein Ski-Abfahrtslauf am Walberla und das Maibaumstellen organisiert sowie die Luisenburgfestspiele besucht.

Zur Erinnerung an den Tag der Weihe der Hütten wurde zum 1. Mai am 1.9.1971 das jetzt schon Tradition gewordene Hüttenfest abgehalten.

(KLEINE ANMERKUNG: Der Termin des Hüttenfestes heute ist variabel und wird immer rechtzeitig bekannt gegeben.)